Die erste LP von Quartett&Brass aufgenommen 1979. v.L. Achim Kück, p / Manfred Sauga, b / Hannes Clauss, dr / Hans Kämper, tb / G.B.F. Mergner, tp,flgh / Lothar Krist, as,ss.
Das Coverfoto zeigt die Band bei einem ihrer ersten Auftritte auf dem Jazzfestival San Sebastian.
Die zweite LP von Quartett&Brass, aufgenommen 1987 im Studio Cornett / Köln. In neuer Besetzung mit Hans Kämper,tp / Lothar Krist, as,ss / G.B.F. Mergner, tp, flgh / Hans Martin Guthmann, p / Reinhart Glöder, b / Hannes Clauss, dr.
Die erste CD Produktion von Quartett&Brass, aufgenommen 1989 im
Studio 44, Monster, Holland, rec. Max Bollemann. CORE RECORDS
Besetzung: Bernhard Mergner, tp, flgh / Hans Kämper, tb / Martin Classen ts,ss / Thomas Hufschmidt p, keyb / Sigi Busch b / Hannes Clauss dr, perc
Titel: CULLOO,TYRON PARK, IVERAGH MOODS, FLIEGENDE BLÄTTER, IMPRESSINETANDO, THE SECRETS OF LLANCA.
Die zweite Cd von Q&B, aufgenommen 1990 im Studio 44, Monster, Holland, von Max Bollemann. CORE RECORDS
Besetzung: Bernhard Mergner, tp, flgh / Hans Kämper, tb / Martin Classen ts,ss / Thomas Hufschmidt, p, keyb / Sigi Busch, b / Hannes Clauss, dr, perc
Titel: RITTER HANS, BEL AIR, B&B, MY SWEET DARLIN' MAN, TAUCHER, SAUDADE DA BAHIA, INTUITIVE SURPRISE, FAMILY LIVE.
Ein Projekt von Achim Kück aufgenommen 1982 im Horus Studio Hannover. Die Besetzung : Ute Becker, voc / Johannes Schädlich, b / Achim Kück, p, ep / Hannes Clauss, dr /
Jochen Rose, tp, flgh / Dieter Schön, tp, flgh / Lothar Krist, ss, ts, as, bs, bcl, fl / Heinz Alberding, ts, fl, pic.fl / Gerald Meier, tb.
Ein Live-Mitschnitt eines Konzerts mit Improvisierter Musik 1992 in Bremen, mastered by Reinhard Kobialka. HYBRID RECORDS
Besetzung: Hannes Clauss, dr / Paul Hubweber, tb / Hainer Wörmann, git
Titel: SERENDIPITY. ONE, SERENDIPITY. TWO, SERENDIPITY. THREE, SERENDIPITY. FOUR, SERENDIPITY. FIVE
Nach 10 Jahren endlich mit dem HCL Ensemble in's Studio der Musikschule Oldenburg. Rec. 1998 by Michael Hennings HYBRID RECORDS
Besetzung: Hans Kämper, tb / Sebastian Venus, p / Reinhart Hammerschmidt, b / Hannes Clauss, dr,perc
Titel: JUST A FEW DROPS, IMPRO 5, IMPRO 6, IMPRO 7, IMPRO 8, IMPRO 3, FOR FOUR ELEMENTS, IMPRO 9, IMPRO1, 13 NOBLE NUMBERS, INCASE OF ACIDOSIS, CHAIN REACTIONIMPRO 10.
Zum dreißigjährigen Bandjubiläum des HCL-Ensembles nun dieser Live -Mitschnitt vom 26.2.2022 bei dem wir mit unserer Gastsolistin Silke Eberhard und HCL auf dem MIBNIGHT Jazzfestival konzertierten. Die Zusammenarbeit mit Silke Eberhard hat sich schon 2021 bei einem Gehörgänge Konzert als äußerst inspirierend für alle Beteiligten erwiesen und auch diese zweite Begegnung knüpfte an die außerordentliche
Erfahrung des ersten Auftritts bei Gehörgänge.
Kritik:
Am Tag der vorliegenden Live-Aufnahmen vom Bremer MIBNIGHT Jazz-
festival 2022 war der Free Jazz schon gut 60 Jahre alt. Das
HCL-Ensemble hatte auch schon 30 Jahre auf dem Buckel, somit also
genügend Zeit, in konstanter Besetzung zu einer Klangeinheit zu
verschmelzen. Das Zusammentreffen mit der Altsaxofonistin Silke
Eberhard war eine Neuauflage speziell für den Festivalauftritt. Sie
rundet das Quartett um Schlagzeuger Hannes Clauss ( auf ihn geht das
HCL zurück) mit Sebastian Venus (p), Reinhart Hammerschmidt (b)
und Hans Kämper (tb) zum Quintett ab. Der Mitschnitt bietet drei
Kollektiv-Improvisationen mit gut 9, 23 und 7 Minuten Länge. Der Sound
der Aufnahmen ist gut, wenn auch Frau Eberhard im Vergleich zu ihrem
mächtig pumpenden Posaunen-Kollegen zurückhaltender daherkommt.
Es wird nach Herzenslust instrumental geschmatzt, gekrächzt, ins Klavier
mit Clustern gedonnert und was der Klangerzeugungsmöglichkeiten mehr
sind. Für den Free-Novizen womöglich Kakophonie, der erfahrene Hörer
erkennt die Spannungsbögen und den musikalischen Sinn des Auf und Abs
in dieser sich unermüdlich ihren Weg bahnenden Musik. Das Tempo, wenn
mann denn von Tempo sprechen kann, ist eher langsam wie bei einem
unaufhaltsamen Klang-Lava-Strom.
Ruhigere oder konventionelle Elemente wie Akkorde oder rhythmische
Patterns ergeben sich im Klanggebräu gewollt oder zufällig, Ruhepunkte
zum Verschnaufen inklusive. Für viele immer noch harter Tobak, aber, sind
wir doch mal ehrlich, ein bisschen Free Jazz steckt doch in uns allen. .
Andreas Ebert Jazzthetik 9/24
Die erste CD-Veröffentlichung unter eigenem Namen, rec.1995 im Tonstudio Albrecht, Jever, von Georg Albrecht. ACOUSTIC MUSIC RECORDS
Besetzung: Claudio Puntin, cl, bcl / Werner Neumann, git /
Thomas Biller, b / Hannes Clauss, dr, perc
Titel: MACHIXE, WLAK, SO THAT, DUBBLE VLA, AU MARY'S HOTEL, CAMEL DANCE, BLUES BLASEN, NIX MARSCH.
Kritiken:
Doch auch unser alter Kontinent hat mit dem Quartett um den
Oldenburger Schlagzeuger Hannes Clauss eine äußerst intelligente , witzige
und unerhört musikalische Aufnahme zu bieten. Auf dieser herrlich eigen-
ständigen Einspielung durchstreifen die vier Topmusiker etliche Jazzsparten,
ohne nur eine Sekunde zu langweilen oder ausgelatschte Pfade zu betreten.
In hervorragendem Sound sind hier acht Kompositionen zu hören, die weitab
von jeglicher Banalität oder sturer US-amerikanischer Fixiertheit nicht nur
puristischen Jazzfans ein ungemein anregendes und Erlebnis bieten.
Mainzer Rheinzeitung 12/95
Wer meint, der Jazz hätte im ausgehenden 20.Jahrhundert keine Über-
raschungen mehr zu bieten, sollte sich diese CD anhören. Denn was die
die Musiker um den Oldenburger Drummer Hannes Clauss eingespielt
haben, weigert sich nicht nur standhaft, in jedes Klischee gepreßt zu werden,
sondern entpuppt sich zudem als überaus auf-und anregende Mixtur aus
allen erdenklichen Jazz-Stilen von New Orleans bis hin zum Hardbop.
Donau-Kurier 12/95
Mit einer Mixtur aus allen denkbaren Stilarten des Jazz beweist das Quartett,
daß es im Jazz immer innovative Kreationen gibt. Homogener, kompakter
Sound zeichnet diese CD aus.
Quirini's Mediendienst 1/96
Die zweite CD des Hannes Clauss Quartett's, rec. 1998 im Tonstudio Albrecht, Jever, von G.Albrecht, J.Zander. ACOUSTC MUSIC RECORDS
Besetzung: Claudio Puntin, cl, bcl / Werner Neumann, git / Thomas Biller, b /
Hannes Clauss, dr, perc.Titel: WENN ZWEI SICH FINDEN, ANLEITUNG ZUM TANZ, WAITING FOR WALZING, INNER DANCER, SARAH-BANDE, CERTAIN CIRCUMS DANCES, RINGELREIHEN, 0-RHESUS-NEGATIV, SIEBEN SPANIER, DON'T DANCE, OCEAN DANCE.
Kritiken:
Phantastische Scheibe, die dem ambitionierten Jazz zeigt, wo's im nächsten
Jahrtausend langgehen könnte - und vor allem, welches Potential noch in
einer Quartettbesetzung liegt. Für mich ist "Dances" eine absolut geniale
Symbiose aus klassischer Tradition und Moderne, die sich dabei nicht
krampfhaft ans ein oder andere Ende klammert. Nicht immer einfach zu
hören, dafür langweilt die CD aber auch nicht beim zweiten "Konsumieren".
KS/Solo 1/99
....Über das sich minimalistisch bewegende "Ringelreihen", einem Stück mit
fast volksliedhafter Melodik, bis zur meditativen Klangweite in "Ocean dance"
die an Jan Garbarek erinnert, reicht das restliche Spektrum dieser CD - und
ist wegen ihrer Vielseitigkeit überaus interessant und hörenswert.
Klaus Briest/Jazzpodium 11/98
Wenn dieses Quartett live auch nur halb so einfallsreich agiert wie auf der
aktuellen Produktion "Dances", dann dürfte jedes Konzert zu einem mitrei-
ßenden Jazz-Abend werden............
Klaus Kronenberger/drums&percussion 2/99
Ist das noch Jazz? Je öfter man dieses Album hört, um so mehr hat man
den Eindruck, daß hier die Musik des nächsten Jahrhunderts vorwegge-
nommen worden ist. Es ist faszinierend wie es Clauss und seinen Mannen
gelingt Tradition und Moderne kompromißlos zu verknüpfen. Ein Album das
viel Raum für Entdeckungen läßt.
Quirini's Mediendienst 4/99
Die CD nach der Afrika-Tournee des H.Clauss Quartett's, rec. 2002 in Nairobi & cl-audio studios, Rösrath, von C.Puntin & W.Neumann. MOOD
Besetzung: Hannes Clauss Quartett s.O. & Nairobi City Ensemble.
Titel: DONGE IYIE BABA, UNAPENDA KUTANGATANGA, SWALI, THE MOTHERLAND, NYING WUON, TONI, MAMA AFRIKA, SWEET MARIA, DOGE..short cut, MOTHERLAND..radio edit.
Kritiken:
Diese Aufnahme kam als eine recht spontane Kooperation im fernen Afrika
zustande: Das Quartett von Schlagzeuger Hannes Clauss war 2001 hier auf
Tournee. Bei einem Workshop in der kenianischen Hauptstadt lernten die
Musiker aus Deutschland das Nairobi City Ensemble kennen- und schätzen.
In der gemeinsamen Zeit wurde die Idee zu "Mama Afrika" geboren und vor
Ort in die Tat umgesetzt: Gegen Ende der Tour ging man gemeinsam ins
Studio und nahm die ersten Spuren mit Ideen der afrikanischen Freunde auf.
In Deutschland wurden diese Aufnahmen dann überarbeitet und arrangiert.
Herausgekommen ist Weltmusik im besten Sinn und damit nicht unbedingt
das, was man bei einem solchen Projekt erwartet hätte. Wirklich jeder
Musiker ist mit all seinem Background dabei und trägt seinen individuellen
Teil zu "Mama Afrika" bei. Dazu gehören E-Gitarren, Drumcomputer,
Samples, jazzige Klarinettensoli und Rapeinlagen genauso wie traditioneller
afrikanischer Gesang. Nicht nur der Titeltrack ist eine Liebeserklärung an
den Kontinent und an die Musik. Freundlicherweise sind die Songtexte im
Booklet in englischer Sprache abgedruckt und die Stücke zudem erläutert.
drums&percussion 3/05
... Ein Charakteristikum hat Hannes Clauss in seiner obigen Aufzählung
vergessen: kurzweilig ist die Musik, jenseits von Ethnopopklischees, z.B. im
mitteleuropäisch angehauchtenKlagegesang "Swali" oder beim strammen
Beat von "The Motherland". Zwei Stücke gibt es zusätzlich als gekürzte
(radiotaugliche) Versionen. Es wäre wünschenswert, wenn dieses Projekt
auch auf diese Weise Anerkennung erhalten würde- und wenn es Gelegen-
heit gäbe, diesen gelungenen Kulturaustausch auch auf deutschen Bühnen
zu erleben. Vielleicht bietet sich bald die Möglichkeit für ein Vol.2.
Thorsten Meyer/Jazzpodium 3/06
Liveaufnahme mit dem Jazz Art Ensemble Niedersachsen, rec. 2004 by Frederic Busse, ROXXON 2005
Titel: Suite 1. ENTREE, VOLTE, BRANSLE, PHILOPH, BRANSLE/BALLET, REMINISZENZ, LA BOUREE, VOLTE.
Suite 2. COURANTE, REGINA, COURANTE, PAVANE DE SPAIGNE, BALLET DU ROY,BRANSLE DE VILLAGES, GAILLARDE
.
Liveaufnahme mit dem Jazz Art Ensemble Niedersachsen, rec. 2006 by Frederic Busse, ROXXON 2006
Besetzung: Rolf Zielke p, Hanna Jursch voc, Hajo Hoffmann viol, Stephan Braun cello, Uli Orth as,bcl,fl, Uwe Granitza tb,tub,b, Mustafa Bötzüy perc,
Hannes Clauss dr, perc.
Liveaufnahme HCL-Quartett & Oldenburger Choral-Schola in der Forumskirche St.Peter Oldenburg, rec. 2008 by Björn Andresen
ITCHY-DOG-RECORDS 2015
Besetzung: Malte Schiller ts,Oli Poppe p,Mathias Wedeken b,
Hannes Clauss dr.
Titel: PUER NATUS EST, KYRIE, PREISET DEN HERRN, HALLELUJA, QUI BIBERIT AQUAM ALMA REDEMPTORIS, OMNES DE SABA VENIET,
NEM UM TALVEZ.
Stimmen zur CD:
-Fabelhaft, die Spannung zwischen der frühen Musik und dem Jazz.
Christian Ehmigholz
-...wenn ich die Musik höre, die ihr gemeinsam geschaffen habt, dann höre
ich vor allem die Strenge und natürlich dann auch die Freiheit. Ich höre
etwas das geöffnet wird, eine Strenge die geöffnet wird. Eine Disziplin,
die in Verbindung gebracht wird mit einem neuen Geist der Freiheit, der
Freiheit des Jazz.
Arne Schumacher Radio Bremen
-Die Jazzmusiker reagieren respektvoll auf die uralten sakralen Chor- und
Wechselgesänge, die sich im Kirchenraum besonders gut entfalten.
Steffen Radlmeier Nürnberger Nachrichten
-Die Verbindung Gregorianische Gesänge und Jazz hat mich zunächst mal
an Garbarek und das Hillard Ensemble erinnert, aber dann nahm es im Ver-
lauf doch andere Formen an, nicht immer symbiotisch aber sehr schön
anzuhören. Auch das Cover ist wunderbar gelungen.
Harald Weiss
Lieber Herr Clauss, ich danke und gratuliere! Ihre Musik hat mich durch die
"stillen Tage" begleitet. Sie ist erstaunlich, sehr suggestiv und transzendent.
Alle guten Wünsche für ihre Wege und herzliche Grüße.
Roger Willemsen
SLOT Hier treffen sich mehrere Generationen von Jazzmusikern, ganz im Sinne von Art Blakey. Die Musik ist Contemporary Jazz mit vorwiegend eigenen Kompositionen. Es gibt SLOT sowohl in Quartett-als auch in Quintettbesetzung. Jazz am Puls der Zeit!
Besetzung: Erik Konertz, tb / Bjarne Sitzmann, git / Christopher Olesch, vib / John Hughes, b / Hannes Clauss, dr.
Die erste SLOT CD beinhaltet Stücke eines Live Mitschnitts im Wilhelm13 vom Juli 2020 und einer Aufnahmesession vom Januar 2021 ohne Publikum im gleichen Raum, sowie ein Remix aus frei improvisierten Stücken. Die Band geht hier sehr spontan an die neuen Stücke, dadurch bekommt die Musik eine Frische und Momentanität die sich positiv beim Hören der CD vermittelt.
Die zweite SLOT CD "Laziness" wurde ebenfalls bei einem Konzert im Wilhelm13 am 26.November 2022 live mitgeschnitten. Die Besetzung wurde vom Quartett zum Quintett durch den Posaunisten Erik Konertz erweitert und so erhält unsere Musik eine weitere Klangfarbe. Der Konzertmitschnitt besticht durch die gute Aufnahmequalität und eine kreative und inspirierte Musik.
In zwei Tagen am 31.3.und 1.4.2017 live in der MIB Bremen aufge= nommen. Die Tunes sind weder geschnitten noch sonst wie bearbeitet. Lediglich wurde der Sound im Studio gemischt und die Instrumente in Balance zueinander gebracht. Eine Musik wurde hier dokumentiert die das schnelle Reaktionsvermögen und die hohe Musikalität von MA/rkowskiC/laussH/ammerschmidt dokumentiert. Aber auch eine stilistische
Bandbreite zu gehör bringt, die von zarten, neutönerischen Miniaturen über
jazzartige Stücke bis zu harten Progrockgewittern reicht.
Egal ob hingeraunter Imperativ oder ambitionierte Geschwindigkeitsvorgabe,
hier trifft beides zu. Das Schlagzeug wird vom groben Holz bis in die
feinzieselirlichsten Verspannungen behauen, bestrichen und betupft. Der
Kontrabass noch auf den entlegensten Resonanzflächen bearbeitet, ein
entgrenztes Arsenal an Gitarrensounds, Zugriffsmöglichkeiten und Effekten
abgerufen. Ein Flug durch die Gewitterfront zwischen Paralyse und
Ekstase. V.B.Schulz
Sich dem Kreieren von Avantgardemusik zu überantworten, heißt im Fall des
Trios MACH, dass man eine Reise antritt, deren Endziel nie schon im Vorfeld
feststeht. Damit schütteln E-Gitarrist Markus Markowski, Drummer Hannes
Clauss und Kontrabassist Reinhart Hammerschmidt den Avantgardebegriff
früherer Prägung konsequent ab.
Fest steht: Wann immer ausgewiesene Improvisationsmusiker die gleichen
Vorlieben entwickeln, sich in puncto Stilvielfalt zwischen Rock, Freejazz und
zeitgenössischen Avantgardeklängen fortwährend als Brückenbauer zu
betätigen, dann ist ein Höchstmaß an Hörgenuss für den interessierten Hörer
gewährleistet.
Horst E. Wegener Diabolo 2018
Die zweite CD von MACH mit Markus Heinze präpariertes Baritonsax
als Gast. Als Hard Disc veröffentlicht Oktober 2025, bei Bandcamp: mach-jazz.bandcamp.com/album/unser-blau
Kritiken:
Jazzzeitung 22.10.25 TC Krebs .......exzentrisch komplexer Freejazz.
Jazzthetik 3 / 4 2026 Hans-Jürgen Schaal
Seit mehr als einer Dekade gibt es das Improvisations-Ensemble MACH. Nach einer CD im Trio liegt mit Unser Blau jetzt eine neue Einspielung im Quartett vor. Hannes Clauss ( dr, perc ), die treibende Kraft hinter MACH, ist auch Bildender Künstler. Das mag die Betonung des "Machens" erklären, aber ebenso die fantasievolle "skulptierende", farbenfroh "malende" Vorgehensweise bei der musikalischen Gestaltung. Clauss und seine Mitstreiter Markus Heinze (bs), Reinhart Hammerschmidt (b) und Markus Markowski (g) improvisieren im freien Kollektiv, behandeln dabei aber Rhythmus und Harmonie nicht als Tabu. Die Musik kann also auch einen fühlbaren Puls haben oder einen schönen lyrischen Klang.
Am überzeugendsten arbeitet das Quartett im ruhigen, geheimnisvollen, dunklen Strömen ( "Slow Train" ) oder harten Ausbrüchen ( "Shorty", "Doppelschnarrer" ). An den aggressiven Höhepunkten hört man besonders das präparierte Baritonsax und eine elektrische Lärmgitarre. An leisen Stellen klimpert auch einmal eine Kalimba.
Süddeutsche Zeitung 22.10.25 Ulrich Pfaffenberger............. ( Mare Nostrum) Anleihen beim Folk, inspirierte Interpretationen von Klassikern und instrumentale Kunststücke: Das Publikum im voll besetzten Alten Speicher weiß gar nicht, wofür es sich mehr begeistern soll. Allein schon, wie Galliano mit der Pneumatik seiner Ziehharmonika das Meeresrauschen nachahmt, erzeugt ehrfürchtiges Staunen. Beim Durchhalte-Duell zwischen Trompeter (langer Atem) und Pianist ( treffender Schlussakkord) brandet eine von zahlreichen Wellen der Heiterkeit auf. Etwas verblüffend vielleicht für jene, die noch wenig Erfahrung mit Jazz haben, ein vertrautes und erfüllendes Gefühl für alle anderen. Denn sie bekommen in solchen Momenten die Haltung bestätigt, der das Genre Jazz seine Grundlage verdankt: Die Kunst der Improvisation beruht auf Geist, nicht auf Gags, und sie lebt vom Zuhören und sich einlassen auf die Idee der Mitspieler.
Am Nachmittag im Studio an der Rampe, beim Trio MACH erreicht diese Kunst ihre Extremform, von Kontrabassist Reinhart Hammerschmidt auf den ebenso koketten wie überzeugenden Satz verdichtet: "Wir üben nicht, wir spielen nur." was für die einzelnen Nummern dieses Konzerts gelten mag, sicher aber nicht für die vielen Jahre, in denen die Musiker mit ihrem Instrument eins geworden sind. Derart eins, dass sie erkannt haben, wie sich der Griff des Streicherbogens als Schlagzeug einsetzen lässt, oder welcher DIN-Norm die Abflussrohre entsprechen müssen, die als An- und Einbau ein Baritonsaxofon in neue Klangwelten vordringen lassen.
Die Begegnung mit neuen Instrumenten ist ebenfalls eine Nebenwirkung des Jazzfiebers, für das es keine Gegenmedizin braucht. Im Gegenteil: Es wirkt unmittelbar und belebend, wenn Markus Heinze - der mit dem Umbau-Sax und offenbar tief verwurzeltem Humortalent - eine "Venova" aus der Tasche zieht, ein rares Bläserutensil mit sopranödem Sound und futuristischer Gestalt. Zwei, drei Nummern später legt er dann eine kuchenformgroße Handtrommel auf den Auslass seines Saxofons, wo sie schnarrende Geräusche von sich gibt, die eine irrwitzig übers Trommelfell hüpfende Gummispinne ins Groteske verschärft.
Galliano lieferte im anderen Konzert ein feines Gegenstück: Er greift zur Accordina, einer Mischung aus Melodica, Mundharmonika und Akkordeonklang, und lässt mit deren ungewohnter Stimme die Klangwolke durchfluten. In solchen Momenten bewegen sich Licht und Farben durch das Kaleidoskop der musikalischen Fantasie, dass es eine wahre Freude ist.
So erweist sich das Festival mit seinem leidenschaftlichen Publikum als Spielfeld für die Begegnung mit einer Kunstform, bei der sich das wahre Können dort zeigt, wo nicht Noten den Weg weisen, sondern das Gespür für Vergnügen, Überraschung und die Metamorphose von Tönen in Jazz.
